Office 365 Services down

Dez 03
Office 365 Services down

Heute ist kein guter Tag für Office 365. Seit 1000 Uhr heute Vormittags erhalten wir von unseren Kunden Meldungen, dass sie nicht mehr auf Office 365 bzw. ihr Schulportal zugreifen können. Nach einer kurzen Kontrolle mussten wir feststellen, dass auch unsere Umgebung nicht mehr erreichbar ist. Natürlich wurde auf der offiziellen Office 365 Service Health Seite keine Meldung angezeigt, was geschehen ist, jedoch mehrten sich die Twitter Meldungen aus mehreren Ländern. Es scheint so, als wäre ganz Europa betroffen. Um ca. 1200 Uhr wurde dann doch noch eine Meldung aufgeschaltet.

Es sind nicht alle Kunden und alle Services gleich betroffen. Skype for Business und die Mailabfrage in Outlook funktionierten grössenteils problemlos. Der Zugriff auf SharePoint und OneDrive for Business war unmöglich. Wir schreiben hier war, weil sich die Situation zu normalisieren scheint. Warten wir jedoch noch die nächste Meldung um 1330 Uhr und den Schlussbericht ab.

Ein solcher Ausfall zeigt die Abhängigkeiten auf, die man eingeht, wenn man sich für einen Cloudservice entscheidet. Die Daten sind nicht mehr erreichbar. Eine Lehrperson aus einer Schule schrieb uns, dass sie heute Nachmittag Probe VAs durchführen werden und deshalb OneDrive for Business benötigen.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Internetleitung, wenn diese ausfällt. Genauso gut könnte jedoch auch die interne Infrastruktur ausfallen. Klar hat man dies selber im Griff und kann reagieren. Beim Cloudservice ist man hilflos und muss abwarten, bis der Cloudanbieter seine Probleme löst. In der gleichen Situation sind auch wir heute als Zwischenglied zwischen Microsoft und unseren Kunden.

Microsoft garantiert seinen Kunden – auch den Schulen – eine Verfügbarkeit von 99.9%. Gemäss dem Wikipedia-Artikel zu Hochverfügbarkeit bedeutet dies, dass man mit einem Ausfall der Services von einem Arbeitstag (8.5 Stunden) pro Jahr rechnen muss. Ein Tag klingt nach sehr viel, ist es aber eigentlich nicht. Können Sie diese Hochverfügbarkeit garantieren, wenn Sie die IT-Infrastruktur selber bauen und warten. Lohnen sich diese Kosten? Sind wir vor allem im Unterricht nicht mehr so flexibel, dass wir einen Tag auf die IT verzichten können? Denken Sie daran, die Office 365 Services sind für Schulen lizenzkostenfrei.
Microsoft veröffentlicht die Verfügbarkeitsrate quartalsweise. Für das Jahr 2014 schwankt sie zwischen 99.99% und 99.95%. 99.99% bedeuten dann nur noch unglaubliche 52 Minuten Ausfall pro Jahr, was sehr hoch ist und für eine normale Schule kaum umsetzbar bzw. vor allem nicht finanzierbar ist.

Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass der letzte Totalausfall vor 1 ½ Jahren stattgefunden hat. Die Admins unter Ihnen werden mir zustimmen, dass es keine Woche gibt, in der das Health Dashboard im O365 Admin Center nicht einen Service orange anzeigt. Jedoch betreffen diese Probleme jeweils einen eher kleinen Benutzerkreis oder dann nur Adminfunktionen, von denen der normale Benutzer gar nichts mitbekommt. Wir haben also einen sehr stabilen Service vor uns und auch Microsoft ist natürlich daran interessiert, dass die Funktionalität gewährleistet ist. Woran sie auf alle Fälle arbeiten müssen, ist die Kommunikation bei Problemen. Diese dauert einfach zu lange.

Viele werden sich fragen, wie es überhaupt zu einem solchen Ausfall kommen kann. Besonders da es für Europa zwei georedundante Rechenzentren gibt. Das Hauptcenter befindet sich in Dublin und das Ausfallcenter in Amsterdam. Aber auch die Georedundanz ist nicht davor geweiht, dass eine Konfigurationsänderung oder eine neue Funktion gleich alle Services mitreissen kann. Der Schlussbericht wird es zeigen. Gerne informieren wir wieder an dieser Stelle.

Abschliessend möchten wir jedoch auf etwas Verständnis und vor allem Flexibilität appellieren, auch wenn gerade wir jeweils die IT und ihre Möglichkeiten für den Unterricht proklamieren.