Microsoft 365 wird teurer – wer ist davon betroffen
Zum 1. Juli 2026 passt Microsoft die Preise und die Paketzusammenstellung zahlreicher Microsoft-365-Abonnements an. Es ist die erste umfassende Anpassung dieser Art seit 2022. Für viele Firmen und KMUs bedeutet das höhere Lizenzpreise.
Die wichtigste Nachricht für Schulen vorweg: Die Bildungslizenzen sind von der Preiserhöhung ausgenommen. Microsoft hält in seiner offiziellen Dokumentation ausdrücklich fest, dass die Education-Preise im Rahmen dieser Anpassung unverändert bleiben. Schulen, die mit A1-, A3- oder A5-Lizenzen arbeiten, müssen also nicht mit einem höheren Lizenzpreis rechnen. Falls Sie über einen Tenant in der Schweiz verfügen, dann ist die Chance ohnehin gross, dass Sie über einen Educa-Microsoft Rahmenvertrag verfügen, deren Preise unabhängig davon verhandelt werden. Zudem ändern sich die Preise während der dreijährigen Laufzeit eines Microsoft EES Campus Vertrages nicht.
Warum sich ein Blick auf die Anpassung dennoch lohnt, hat einen anderen Grund: Die Logik, nach der Funktionen zugeordnet werden, verschiebt sich – und diese Logik betrifft am Ende auch den Bildungsbereich.
Was sich im kommerziellen Umfeld ändert
Für Unternehmen und andere kommerzielle Kunden steigen die Listenpreise zahlreicher Suiten. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Anpassungen:

Besonders auffällig ist, dass Microsoft 365 Business Premium preislich unverändert bleibt, während Business Basic und Business Standard teurer werden. Gleichzeitig erhält Premium zusätzliche Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen. Microsoft scheint damit die Attraktivität von Business Premium gegenüber den übrigen Business-Plänen bewusst zu erhöhen.
Bei den E3 und E5 Suiten begründet Microsoft die Anpassung mit dem Mehrwert, der in den vergangenen Jahren in die Suiten geflossen ist. Konkret werden Funktionen, die bislang als separate Zusatzlizenzen verkauft wurden, künftig direkt in die Pakete integriert:
• Microsoft 365 E3 erhält Microsoft Defender for Office 365 Plan 1 sowie zusätzliche Intune-Funktionen.
• Microsoft 365 E5 erhält zusätzlich Microsoft Security Copilot sowie praktisch den gesamten Funktionsumfang der Intune Suite.
• Nahezu jede kommerzielle Stufe bekommt die erweiterten Copilot-Chat-Funktionen – darunter Posteingangs- und Kalenderkontext sowie den Zugriff auf die Agenten in Word, Excel und PowerPoint.
Die Preisanpassungen gelten für Neukunden ab dem 1. Juli 2026. Bestandskunden bleiben bis zur nächsten Vertragsverlängerung beim aktuellen Preis. Die Paketänderungen – also die neuen, integrierten Funktionen – werden hingegen unabhängig vom Verlängerungszeitpunkt ab Juni 2026 ausgerollt. Jeder Tenant erhält dazu mindestens 30 Tage vorher eine Benachrichtigung im Message Center
Lizenzstrukturen werden umgebaut
Tatsächlich passt die Entwicklung aber in ein Muster, das wir bereits in einem früheren Beitrag beschrieben haben. Dort ging es um die Einschränkung von Copilot in den Office-Anwendungen für Umgebungen ab einer bestimmten Grösse. Auch dort lautete die Kernbeobachtung: Funktionsumfang und Lizenzmodell werden enger miteinander verknüpft, und die Frage «inkludiert oder lizenzpflichtig?» rückt stärker in den Vordergrund.
Die Anpassung zum 1. Juli zeigt dieselbe Richtung – nun auf der Ebene der Paketzusammenstellung. Funktionen werden umsortiert, gebündelt und neu zugeordnet. Was heute ein eigenständiges Add-on ist, kann morgen Bestandteil einer Suite sein, und umgekehrt. Für Schulen bedeutet das vor allem: Auch wenn die eigene Lizenz preislich stabil bleibt, lohnt es sich zu verstehen, nach welcher Logik Microsoft seine Funktionen verteilt – denn diese Logik bestimmt mittelfristig, welche KI- und Sicherheitsfunktionen in welcher Lizenzstufe verfügbar sind.
Handlungsbedarf für Schulen
Kurzfristig besteht für Einrichtungen mit Bildungslizenzen kein finanzieller Handlungsdruck. Die Lizenzen und die darin enthaltenen Funktionen bleiben bei den A1-A5 Lizenzen bis auf weiteres wie gehabt. Sinnvoll ist es dennoch, die eigene Lizenzsituation einzuordnen. Hilfreich sind dabei einige nüchterne Fragen:
• Welche Lizenzstufe ist im Einsatz, und welche Funktionen sind darin tatsächlich enthalten?
• Werden Zusatzlizenzen geführt, die nach der Neupaketierung womöglich redundant werden, weil ihre Funktionen ohnehin in der Suite landen?
• Wie passt das eigene Setup zu den KI-Funktionen, die perspektivisch im Unterricht oder in der Administration eine Rolle spielen sollen?
Für Schulträger mit gemischten Umgebungen – etwa kommerziellen Lizenzen für die Verwaltung und A-Lizenzen für den Unterricht – ist die Unterscheidung besonders relevant. Hier können Preisanpassung und Paketänderung durchaus zusammentreffen, allerdings nur auf der kommerziellen Seite.
Einordnung
Die Anpassung zum 1. Juli 2026 ist für den Bildungsbereich keine Preisfrage, sondern eine Strukturfrage. Sie bestätigt einen Trend, der sich bereits abzeichnete: KI- und Zusatzfunktionen sind nicht dauerhaft in einer festen Form verfügbar, sondern an Lizenzmodelle und deren regelmässige Überarbeitung gekoppelt.
Für Schulen heisst das nicht, kurzfristig zu handeln – sondern die eigene digitale Infrastruktur als etwas zu begreifen, das sich mitentwickelt. Wer Lizenzmodelle, Funktionszuordnung und mögliche Kostenentwicklungen früh mitdenkt, trifft tragfähigere Entscheidungen, wenn sich die Rahmenbedingungen erneut verschieben.
Wir begleiten Sie gerne dabei, solche Veränderungen frühzeitig einzuordnen und wirtschaftlich realistische ICT-Lösungen einzuführen.
Disclaimer: Obwohl wir uns Mühe geben, so akkurat wie möglich zu recherchieren und die Informationen so transparent und relevant wie möglich zu veröffentlichen, übernehmen wir keine Gewähr für die Aussagen zu Lizenzpreisen und Anpassungen. Vielmehr handelt es sich um eine Momentaufnahme auf Basis der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren Quellen. Massgebend sind stets die offiziellen Angaben von Microsoft sowie die individuell mit Ihnen vereinbarten Vertrags- und Lizenzbedingungen.
Quelle: Advancing Microsoft 365: New capabilities and pricing update | Microsoft 365 Blog


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